Forschung und Geschichte
Durch Forschung entwickelt wurde die fMRI in den 1980er bis in die 1990er Jahre. Dabei stützte man sich auf Forschungsergebnisse, die schon 1935 von Linus Pauling vorgelegt worden waren. Er konstatierte, dass sich je nach Oxygenierungsgrad die magnetischen Charakteristika von Hämoglobin verändern. Dies sollte auch von Bedeutung für die Untersuchung von Hirnaktivitäten sein. 1982 wies eine Forschungsgruppe um Keith Thulborn nach, dass das Hämoglobin in Blutproben je nach Oxygenierungsgrad abweichende MRT-Signale verursacht.
1990 wiesen Seiji Ogawa und Kollegen denselben Effekt bei Probandengruppen nach. Diese Hämoglobineigenschaft wurde schließlich als „blood oxygenation level dependent (BOLD)“-Effekt betitelt, auf dessen Grundlage John W. Belliveau und seine Mitarbeiter 1992 zum ersten Mal zu fMRI-Ergebnissen kommen konnten, die sich verändernde Hirnaktivität aufgrund visueller Stimulation aufzeigten. Insgesamt war die "Entdeckung" der fMRI im Grunde Abfallprodukt der Forschung hin zur MR-Agiographie. Erst eher zufällig gemachte Beobachtungen bei Tierexperimenten deuteten darauf hin, dass die Intensität und Aussagekraft gewonnener Bilddateien offensichtlich mit der Zu- oder Abnahme der neuronalen Tätigkeit korrelierten, und somit die tatsächliche Funktion (daher schlussendlich der Name) abzubilden in der Lage waren. Ogawa untersuchte diesen Effekt nach seiner Publikation mit weiteren, extensiven Tierversuchen.